Rezepte

Johanniskraut-Rotöl

Wie man das Echte Johanniskraut erkennt, habe ich in meinem Blog beschrieben.



Aus den Blüten kann man ganz einfach selbst Rotöl herstellen, das äußerlich gegen Verbrennungen, scharfe und stumpfe Verletzungen und Muskelschmerzen verwendet wird. In dem Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow habe ich folgendes Rezept zur Herstellung des Rotöls gefunden:

 

 

 

Material:

 

  • 500 ml hochwertiges Öl, z. B. Olivenöl oder Sonnenblumenöl
  • 25 g gerade aufgeblühte Johanniskrautblüten
  • weithalsige Flasche

 

 

 

Herstellung:

 

Die frischen Blüten werden zerquetscht oder in einem Mörser zerstoßen und etwas zerrieben. Dann setzt man 500 ml Öl zu, mischt das Ganze und füllt es in eine geräumige Weithalsflasche aus weißem Glas, die zunächst unverschlossen bleibt. An einem warmen Ort überlässt man die Mischung - unter gelegentlichem Umrühren - der Gärung. Wenn sie nach 3 bis 5 Tagen beendet ist, wird die Flasche verschlossen und so lange dem Sonnenlicht ausgesetzt, bis der Inhalt eine leuchtend rote Farbe angenommen hat. Das ist nach etwa 6 Wochen der Fall. Dann wird abgepresst, das Öl von der wäßrigen Schicht abgegossen und in gut schließenden Flaschen aufbewahrt.

 

 

 

Quelle:"Das große Buch der Heilpflanzen", Apotheker M. Pahlow, Weltbild-Verlag, Ausgabe von 2005

 

Bucheckern-Knabberspaß

Dieses Grundrezept für Bucheckern eignet sich um die Früchte pur zu knabbern oder um sie als herzhafte Beigabe in Salaten und Gemüsegerichten zu verwenden.

Zunächst die Früchte schälen: Dazu die Bucheckern kurz mit kochendem Wasser überbrühen. Die äußere braune Schale wird so weicher und lässt sich mit einem handlichen Küchenmesser leicht entfernen.

Der innere weiße Kern der Nuss ist von einer dünnen, bräunlichen Haut überzogen. Diese muss nicht entfernt werden, da sie beim Rösten der Kerne entweder von allein abfällt oder mitgegessen werden kann.

Jetzt die Bucheckern rösten: Dazu die Waldfrüchte in einer heißen Pfanne unter ständigem Rühren mindestens fünf Minuten erhitzen. Die köstlichen Bucheckern sind nun verzehrfertig und können leicht gesalzen oder pur genossen werden.

 

Quelle: "Köstliches von Waldbäumen", Dr. Markus Strauß, Walter Hädecke Verlag

Brennesselkugeln mit japanischem Knöterich und Kümmelöl

Japanischer Staudenknöterich
Staudenknöterich. Bild: Wikipedia

Naturschutz mit Messer und Gabel - invasive Neophyten köstlich zubereiten und essend vernichten - das können Sie mit diesem Rezept. Die zarten Staudenknöterich-Sprossen erntet man ab Mitte April, Ab Mitte Mai beginnen sie zu holzig zu werden. Aber man kann jederzeit einen Bestand komplett bis auf die Erde zurückschneiden und bekommt dann wieder zarte junge Sprossen. Da diese Pflanze bekämpft werden sollte, dürfen Sie das ganz ohne schlechtes Gewissen tun, im Gegenteil: Sie tun der Natur etwas Gutes damit.

 

Diese Rezept ist vegan.

 

 

3 EL Kümmel

Salz

100 ml Sonnenblumenöl plus etwas zum Braten

1 Zwiebel, fein gehackt

2 Tassen Brennesselblätter, fein geschnitten

50 g Leinsamen

Pfeffer aus der Mühle

8 - 12 Sprossen Japanischer Knöterich

 

Für das Kümmelöl den Kümmel in einer Bratpfanne ohne Zugabe von Fett etwas anrösten, dann salzen. In eine Schüssel geben und das Sonnenblumenöl zugeben. Mit dem Stabmixer pürieren und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch absieben.

 

Für die Brennesselkugeln die Zwiebel in etwas Sonnenblumenöl andünsten. Die fein geschnittenen Brennesselblätter dazugeben und mitdünsten. Die Leinsamen mit dem Stabmixer zerkleinern, bis sie mehlig sind. Die gedämpften Brennnesselblätter dazugeben und alles gut mischen. Mit Salz unfd frisch gemahlenem Pfeffer würzen. 10 Minuten ruhen lassen, dann zu Kugeln formen.

 

Die Knöterichsprossen im Kümmelöl kurz braten. Die Brennnesselkugeln zum Erhitzen dazulegen und servieren.

 

Tipp:
Diese Kugeln können mit vielerlei Wildpflanzen hergestellt werden. Leinsamen geben einen nussigen Geschmack und binden herrlich. Aus ihnen lassen sich alle möglichen Arten von vegetrarischen oder veganen Burgern und Plätzchen herstellen.

 

Quelle: "Essbare Stadt - Wildwuchs auf dem Teller, Vegetarische Rezepte mit Pflanzen aus der Stadt", Maurice Maggi, AT-Verlag

 

Salat von jungen Baumblättern und Kohlrabi

Ein leckeres Rezept für April und Mai, wenn die zarten Frühjahrsblätter von Spitzahorn, Feldahorn, Buche (s. Foto links) und Linde zu finden sind. Die Buchenblätter schmecken sehr angenehm und leicht säuerlich, Linde ist mild und zart. Die Blüten des Spitzahorns sind sehr hübsch und schmecken leicht süßlich, man kann sie auch als Dekoration über den Salat streuen.

Natürlich kann man sich die Blätter auch im Wald frisch vom Baum schmecken lassen.

 

2 Kohlrabi

1 unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale und Saft
1/2 TL frisch geriebener Ingwer

Salz und Pfeffer aus der Mühle

2 Frühlingszwiebeln, fein gehackt

etwas Kürbiskern- und Rapsöl

1/2 Schüssel Ahorn-, Buchen- und Lindenblätter

 

Die Kohlrabi schälen und mit der Reibe oder dem Messer in Julienne-Streifen schneiden. In eine Schüssel geben, Zitronensaft und -schale dazugeben und mit wenig Ingwer, Salz und Pfeffer würzen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen.

Die Frühlingszwiebeln mit Öl und 1 Esslöffel Wasser pürieren und in die Schüssel zu den Kohlrabi geben.

Die Baumblätter waschen, trocknen, zerzupfen und untermischen

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Rezept aus: "Essbare Stadt" von Maurice Maggi, AT-Verlag

"Sternchenbowle" mit Holunderblüten

Sieht wunderschön aus, ist einfach, geht schnell und schmeckt köstlich:

 

1 l Apfelsaft

3 - 5 Blütendolden vom schwarzen Holunder (Sambucus nigra)

evtl. Saft von 1/2 Zitrone

 

Voll erblühte Dolden mit etwas Stiel ernten, eine Weile draußen liegen lassen, damit kleine Tierchen herauskrabbeln können. Danach evtl. leicht waschen. Dolden mit Schnur bündeln und in einen weithalsigen Krug hängen. Mit 1 l Apfelsaft übergießen (die Stielenden sollten herausschauen) und  mindestens 3 Stunden stehen lassen. Evtl. etwas Zitronensaft dazugeben. Danach kann serviert werden, Blüten nicht herausnehmen, sieht wunderschön aus! Entweder mit Mineralwasser oder Sekt aufgießen, eine herrliche, aromatische Erfrischung.

 

Besonders schön dazu: Eiswürfel mit eingefrorenen Blüten, z. B. vom Gundermann oder Ehrenpreis.

Frühlings-Smoothie mit Wildkräutern

Scharbockskraut, Giersch, Brennessel, Spitzwegerich und viele Andere sind wunderbare Zutaten für einen vitaminreichen Frühlings-Smoothie. Hier kommt das Rezept, es ergibt etwa  0,7 Liter:

 

  • 2 Handvoll Wildkräuter-Mix (z. B. Scharbockskraut, Giersch, Brennessel, Spitzwegerich, Gänseblümchen-Blüten und -blätter, Vogelmiere, Löwenzahn)
  • 1 süßer Apfel
  • 1 Birne
  • 1 Kiwi
  • Schalenabrieb und Saft von 1/2 Zitrone
  • 0,1 l Wasser
  • 1 Handvoll Crushed Ice

 

Wildkräuter abwaschen und die Blätter abzupfen.

Apfel und Birne waschen und vierteln, dabei Blüte und Stiel entfernen, Kerngehäuse mit verwenden.

Kiwifleisch mit dem Löffel aus der Schale nehmen.

Schale von 1/2 Zitrone abreiben, dann die halbe Zitrone entsaften.

Wasser und Crushed Ice in den Mixer füllen.

Obst, Wildkräuter sowie Zitronen-Schalenabrieb und -Saft dazugeben. Mixen.

Im Hochleistungsmixer ca. 30 Sekunden, im Küchenmixer 3 Minuten (Kerngehäuse von Apfel und Birne entfernen).

 

Das Rezept stammt aus dem Buch "Wilde Grüne Smoothies,  50 Wildkräuter - 50 Rezepte" aus dem Hans-Nietsch-Verlag.

Wildkräuterquark

Brot mit Wildkräuterquark
Wildkräuterquark

Schmeckt auf wundersame Weise nach Knoblauch, aber man riecht am anderen Tag nicht danach. Sehr gut zu Pellkartoffeln oder einfach nur auf Baguette. Mit Blüten von Wildkräutern (z. B. Wiesenschaumkraut, Löwenzahn, Gundermann, Gänseblümchen) verziert, wird er auch zu einer optischen Delikatesse:

 

500 g Magerquark

100 g Sahne

Saft von 1/2 Zitrone

Salz

Zucker oder Honig

 

50 g Giersch

50 g Knoblauchsrauke
25 g Sauerampfer

 

Quark, Sahne, Zitronensaft verrühren. Die Kräuter waschen, putzen (Stiele entfernen) und grob schneiden, dann zum Quark geben. Alles gut mit dem Pürierstab zerkleinern und mit Salz und Zucker würzen. Mit Blüten garnieren.

"Wiesenbowle" mit Wildkräutern

Eine köstliche Erfrischung ist die Wiesenbowle: Dazu braucht man einen Strauß aus verschiedenen aromatischen Kräutern - je nach Geschmack und Jahreszeit -, Apfelsaft, Mineralwasser (oder Sekt) und evtl. etwas Zitrone. Solange der Holunder blüht, kann man auch seine Dolden mitverwenden.


Das Rezept:

  • 1 1/2 l Apfelsaft (in klarem Apfelsaft sieht man die Blütensternchen des Holunders so schön)
  • 1 l Mineralwasser
  • 1 Kräuterstrauß, zum Beispiel
    - 2 Dolden Holunderblüte
    - 2 Stängeln Gierschblüte
    - 10 Stängel Gierschgrün
    - 1 Stängel Waldmeister (gut angewelkt, damit
       er zu duften beginnt)
    - 2 Ranken Gundermann
    - 2 Stängeln Zitronenmelisse
    - 2 Stängeln Pfefferminze

   an den Stielen mit Schnur zusammengebunden.

 

Den Kräuterstrauß drückt man eine Weile in den Händen, bis er zu duften beginnt. Dann legt man ihn mit den Stielen nach oben in einen weithalsigen Krug und übergießt ihn mit dem Apfelsaft. Danach sollte die Wiesenbowle mindestens 2, besser 4 Stunden Zeit zum ziehen haben. Wer mag, kann noch ein par Spritzer Zitronensaft hinzugeben. Die Bowle nach Geschmack mit Mineralwasser oder Sekt aufgießen und genießen.


Besonders schön dazu: Eiswürfel mit eingefrorenen Blüten, z. B. vom Gundermann.

Veilchen-Rezepte

Das Duft- oder Märzveilchen (viola odorata) war eine der Lieblingspflanzen Goethes. Angeblich hatte er immer Samen der Pflanze in der Tasche und verstreute sie überall, wo er ihnen später begegnen wollte. Das Duftveilchen macht seinem Namen alle Ehre: Es gibt noch andere Veilchen-Arten, aber die duften nicht.
In der Küche kann man die Blüten kandieren oder Saft aus ihnen zubereiten. Das ist aber nichts für Ungeduldige: 100 g Blüten einzeln zu pflücken dauert eine Weile ;). Aber vielleicht lässt man die Blüten ja auch für die hungrigen Hummelköniginnen stehen, erfreut sich an ihrem Duft und verwendet nur ein paar Blätter im Salat.

 

Für diejenigen, die sich von der Arbeit nicht abschrecken lassen, hier zwei Rezepte:

 

Veilchensirup

 

100 g frische Veilchenblüten in ein Porzellangefäß geben, mit

1/2 l kochendem Wasser übergießen und über Nacht ziehen lassen.

Saft einer Zitrone und 500 g Zucker dazugeben und erhitzen, aber NICHT kochen lassen.
Zwischendurch abschäumen. Den Saft in vorgewärmte, verschließbare kleine Flaschen geben und Flaschen sofort schließen.

Eine Köstlichkeit, die auch gegen Husten und Heiserkeit helfen soll.

 

Kandierte Veilchen

 

100 g Veilchenblüten in kochendem Wasser kurz blanchieren und abtropfen lassen.

300 g Zucker mit wenig Wasser aufkochen, bis er Blasen wirft.

Die Veilchenblüten dazugeben und die Masse sofort zum Abkühlen vom Herd nehmen.

Bevor der Zucker hart wird, die Blüten einzeln mit der Pinzette herausnehmen und auf Pergamentpapier erstarren lassen.

In einem geschlossenen Glasgefäß aufbewahren.

 

(Beide Rezepte stammen aus dem Büchlein "Aus Freyas Zaubergarten" von Ursel Bühring).

Gründonnerstagssuppe

Früher glaubte man, dass Wildkräuter und Heilpflanzen von den Göttern gesät seien und himmlische Kräfte in sich bergen. Während der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche wurde das Fest "Licht der Erde" zu Ehren der Götten Ostara gefeiert, von der sich möglicherweise der Name des Osterfestes ableitet. An diesem Tag bereitete man eine Suppe aus neun Frühlingskräutern zu, die die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben sollten.

 

Die Kräuter dieses Festes waren vor allem

  • Brennessel
  • Giersch
  • Vogelmiere
  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Wegerich (Spitz- oder Breitwegerich)
  • Gundermann
  • Bärlauch
  • Taubnessel

In vielen Gebieten des deutschsprachigen Raums wird dieser Brauch noch heute gepflegt.

Aufgrund der regionalen Verfügbarkeit der Kräuter variieren die Zutaten allerdings.

 

Ein Rezept für die Gründonnerstagssuppe:

 

  • Von allen oben genannten Kräutern jeweils eine Handvoll sammeln,
  • evtl. zusätzlich Blüten zum Garnieren: Gänseblümchen, Veilchen
  • 2 Zwiebeln
  • 50 g Butter
  • 1 gehäufter Esslöffel Weizenmehl
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 250 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Reibekäse (frischer Parmesan oder Greyerzer), falls man möchte

 

Kräuter waschen, grobe Stiele entfernen und in Streifen schneiden

Zwiebeln fein würfeln

Butter in einem Topf schmelzen lassen

Zwiebeln dazugeben und glasig dünsten

Mehl darüberstreuen und mit Fett und Zwiebeln anschwitzen

die Gemüsebrühe nach und nach dazugeben und rühren, damit es keine Klumpen gibt

nun die Kräuter dazugeben und 20 Minuten köcheln lassen

die Sahne dazugeben

die Suppe mit dem Pürierstab oder im Mixer zerkleinern

mit Salz und Pfeffer würzen

 

Suppe auf Tellern anrichten, evtl. mit Reibekäse bestreuen und mit den Blüten verzieren.

 

Genießen - und weg ist die Frühjahrsmüdigkeit :-)

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